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Das Amt Ergolding

Grossansicht in neuem Fenster: Gerichtslinde am Eingang LindenwirtErgolding war seit dem 13. Jahrhundert ein sogenanntes landgerichtliches Dorf, welches dem Landgericht Rottenburg unterstand. Dieses Gericht war in die vier Ämter Rottenburg, Pfeffenhausen, Ergolding und Altdorf unterteilt, von denen jedes mit einer Schranne, d. h. mit einem eingeschränkten, meist etwas höher gelegenen Gerichtsplatz versehen und mit einem Amtmann besetzt war. Aber nur die drei erstgenannten Ämter verfügten auch über ein Hochgericht und eine Richtstätte. Der Landrichter von Rottenburg kam zu den regelmäßigen und zu den besonderen Gerichtstagen nach Ergolding, um zu Gericht zu sitzen. Die Schranne befand sich der Überlieferung nach an der Stelle, wo heute der Wirtsgarten des Gasthauses Rogl an der Rottenburger Straße ist. Die dort stehende alte Linde bezeichnet man noch heute als Gerichtslinde. Außerhalb des Ortes zwischen Kopfham und Unterglaim befand sich die Richt- oder Schädelstätte weithin auf einer Anhöhe, dem Galgenberg. Das Amt Ergolding bestand mindestens bis Ende des 17. Jahrhunderts.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Das ehemalige Siechen- oder LeprosenhausAus dieser Zeit stammte auch das Armen- oder Leprosenhaus, das in einiger Entfernung vom unteren Dorf an der ehemaligen Hochstraße nach Altheim lag. Entstanden ist dieses Haus nach einer Verordnung des Kurfürsten Maximilian I. vom Jahre 1628, wonach zum Wohle der heimatlosen Armen, besonders der Kranken, in jedem Landgericht mindestens ein Armen- oder Leprosenhaus durch Zusammenhelfen der landgerichtlichen oder hofmärkischen Untertanen erbaut werden sollte. Dieser Aufruf des Landesfürsten war bedingt durch den Dreißigjährigen Krieg, der damals schon ein ganzes Jahrzehnt im Gange war. Da im Landgericht Rottenburg noch kein solches Haus bestand, baute man 1629 in Ergolding das Leprosenhaus als eine soziale Einrichtung für den gesamten Landgerichtsbezirk.

 

Dieses erste Armenhaus wurde 1699 wegen Baufälligkeit abgebrochen und dann von Stein ganz neu erbaut. So überstand es die Jahrhunderte bis in unsere Zeit hinein. Seiner ursprünglichen Funktion enthoben und für die Gemeinde überflüssig geworden, war das Haus in den letzten Jahren völlig vernachlässigt und dem Verfall preisgegeben. Um den kostspieligen und umständlichen Abbruch zu umgehen, brannte man das Gebäude am 20. März 1973 ab.

 

Im 12./13. Jahrhundert siedelten sich in den zentralen Orten vermehrt Handwerker und Gewerbetreibende an. Das führte dort zu einer dichteren Bebauung und der Entstehung eines Ortskern, der sich um einen größeren Platz, meist dem Schrannenplatz, herum bildete. In der Regel waren ja diese Mittelpunktsorte auch Gerichtsorte. Da in diesen stark anwachsenden Ortschaften die Mehrzahl der Bewohner nicht mehr Landwirtschaft betrieben, sondern Bürger und Handwerker waren, brauchten sie den Wochenmarkt, auf dem die Bauern der umliegenden Dörfer ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die ansässigen Handwerker ihre Produkte anbieten und absetzen konnten.

 

Die VerGrossansicht in neuem Fenster: Das Amt Ergoldingleihung der Marktrechte durch den Herzog war damals praktisch in vielen Fällen eine Notwendigkeit geworden. So wird beispielsweise Rottenburg 1378 zum Markt erhoben.

 

Trotz des Gerichtssitzes und der überörtlichen Bedeutung im frühen Mittelalter entwickelte sich Ergolding nicht zu einem solchen Marktflecken, sondern blieb bis in unser Jahrhundert herein ein rein landwirtschaftlich ausgerichtetes Dorf. Der Grund dafür liegt im raschen Aufstreben der benachbarten Stadt Landshut, die 1204 von Ludwig dem Kelheimer, des zweiten Bayernherzogs aus der Dynastie der Wittelsbacher, gegründet wurde und bald wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Mittelpunkt unseres Raumes wurde.

 

 

 

Quelle: Heimatbuch des Marktes Ergolding, November 1999

Das Heimatbuch des Marktes Ergolding ist beim Markt Ergolding für 13,00 € erhältlich.

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