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Die Schulgebäude

Ergolding hatte zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch kein eigenes Schulhaus. Da der Lehrer, wie damals üblich, zugleich Mesner war, unterrichtete er die Kinder einfach in der Wohnstube des kleinen Mesnerhauses Hs. Nr. 46 bei der Frauenkirche. Die Raumverhältnisse waren dort äußerst beengt, und so tauchte 1817/18 erstmals der Gedanke zum Bau eines Schulhauses auf. Vom Landshuter Hof- und Stadtmaurermeister Josef Hacker wurde auch ein Bauplan erstellt. Durch den Pfarrerwechsel 1819 kam das Vorhaben jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht zur Ausführung.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Kreuzung Lindenstr.-Rottenburger Str. mit erweitertem alten Schulhaus um 1900Im Jahre 1823 befasste man sich erneut mit der Angelegenheit, und zwar ging diesmal der Anstoß dazu von der Regierung aus. Bei einer Besichtigung des alten Schul- und Mesnerhauses durch den Landrichter, den Distriktsschulinspektor, den Ortspfarrer, den Gemeindevorsteher, den Stiftspfleger und den Schullehrer kam man zu dem Ergebnis, dass dieses wegen Platzmangels, ungeeigneter Bauweise und allgemeiner Baufälligkeit nicht mehr als Schulhaus hergerichtet werden kann und daher an den Meistbietenden verkauft werden soll. Wegen der beschränkten Mittel der Gemeinde und der Schwierigkeiten bei der Suche nach einem geeigneten Standort für das neue Schulgebäude zogen sich die Verhandlungen zwei Jahre hin. 1825 entschloss sich die Gemeinde dann für die billigste Lösung und ließ das Schulzimmer im alten Schulhaus nochmals herrichten.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Kreuzung Lindenstr.-Rottenburger Str. mit Schulhaus von 1912 und Erweiterungsbau von 1952Man sah aber bald ein, dass diese Lösung nicht befriedigend war. Da ergab sich 1827 eine ganz neue Möglichkeit. Der dem Staat gehörende Zehentstadel in der Mitte des Dorflatzes wurde zum Verkauf angeboten. So entstand der Gedanke, diesen für die Gemeinde zu erwerben und zum Schulhaus umzubauen. Man glaubte nun einen Weg gefunden zu haben, um das Schulhaus mit geringen Kosten herstellen zu können. Dafür sprach auch, dass das Gebäude mitten im Dorf lag, freistehend war und mit einem „schicklichen“ Schulgarten umgeben werden konnte. Der Zehentstadel war ein großer einstöckiger Holzbau mit Ziegeln gedeckt. Zu seiner Herrichtung als Schulhaus mussten die Holzwände wenigstens teilweise durch Steinmauern ersetzt werden und ein großes Schulzimmer und eine Lehrerwohnung eingebaut werden. Am 18. November 1829 konnten Pfarrei und Gemeinde an die Regierung berichten, dass das Schul- und Mesnerhaus in Ergolding hergestellt sei. Das Gebäude war 100 Fuß (ca. 30 m) lang und 45 Fuß (gut 13 m) breit. Das Schulzimmer reichte für mehr als 70 Kinder; zur Wohnung des Lehrers kamen noch Kuhstall, Schafstall und Dreschtenne, sowie eine Holzlege und eine Remise für Feuerrequisiten.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Kreuzung Lindenstr.-Rottenburger Str. mit Rathaus 1999Aber nur zwei Jahrzehnte lang bewährte sich das Haus, das in seiner behelfsmäßigen Bauweise den Anforderungen der Zeit und der Witterung eben doch nicht gewachsen war. Dann bemühte man sich in Ergolding wieder ein ganz neues Schulhaus samt den zugehörigen Ökonomiegebäuden zu planen. Erst nach langen Überlegungen und Verhandlungen über Standort und Finanzierung der neuen Schule ergab sich 1853 eine für alle akzeptable Lösung. Die Kleingüterseheleute Jakob und Magdalena Ragner waren bereit, der Kirchenverwaltung ihren schönen Baumgarten, Hofraum und Hausplatz Hs.Nr. 44 unter der Bedingung zum Kaufe anzubieten, dass sie 500 fl in bar neben der Erlaubnis erhielten, ihr gegenwärtiges, hölzernes Wohnhaus auf den Platz des jetzigen Schulhauses zu transferieren und dort wieder aufzubauen. Die Gemeindeverwaltung erteilte dazu unterm 14. April ihre Zustimmung; am 09. Mai erfolgte auch die Genehmigung durch die Regierung. So kam es, dass das neue Schulhaus nicht wie bisher immer geplant auf der nördlichen Seite der Dorfstraße zwischen Hs.Nr. 77 und 78 zu stehen kam, sondern südlich der Dorfstraße an der Straßenkreuzung gegenüber dem Pfarrhof, an der Stelle, an der heute das Rathaus steht.

 

Da die Kinderzahl in Ergolding weiter anstieg, war der Schulraum bald wieder zu klein und es musste Schichtunterricht eingeführt werden. Die Großen wurden vormittags unterrichtet, weil man sie nachmittags zur Arbeit brauchte, und die Kleinen nachmittags. Obwohl die Kinder von Hader 1867 nach Oberglaim umgeschult wurden, war die Erweiterung des Schulhauses nach 20 Jahren bereits dringend notwendig. Im Schulvisitationsprotokoll des kgl. Regierungsrates Althammer vom 11. Juli 1873 heißt es u. a. „117 Schüler sind vorhanden, das Schulzimmer ist nur für 80-90 Schüler berechnet. Viele Schulkinder sind nach auswärts zum Hüten verdungen; wenn diese im Herbst zurückkommen, so wird die Zahl der Werktagsschüler auf mindestens 130 steigen“. Diesmal ging das Bauvorhaben reibungsloser vor sich; unterm 20. September 1874 kann berichtet werden: „Der Erweiterungsbau des Schulhauses ist nun mit Ausnahme der Winterfenster gänzlich vollendet und es wird die Schule darin seit Montag, den 28. September, gehalten.“ Fensterachsen auf der Nordseite, so dass jedes Stockwerk nunmehr sieben Fenster aufwies. Es war ein zweiter Schulraum geschaffen worden, so dass der Schichtunterricht nicht mehr notwendig war.

 

Dieses vergrößerte Schulhaus blieb etwa vier Jahrzehnte in Gebrauch, bis man im Jahre 1912 das ganze Gebäude abrach und auf dem gleichen Platz ein neues Schulhaus errichtete. Es war mit vier Schulräumen und Nebenräume ausgestattet. An der Ostseite war das Lehrerwohnhaus angebaut. Zum Bau dieses Schulhauses musste die Gemeinde Oberglaim 4.000,00 Mark beisteuern, weil die Kinder von Kopfham, Glöcklberg, Reitberg, Stehberg, Hart und Kreuth nach Ergolding zur Schule gingen.

 

Als nach dem 2. Weltkrieg der Strom der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen aufgenommen wurde und eine große Bau- und Siedlungstätigkeit begann, setzte in Ergolding eine stürmische Entwicklung des Volksschulwesens ein. So sah sich 1951/52 die Gemeinde gezwungen, neben der bestehenden Schule einen Neubau an der Rottenburger Straße mit vier Schulzimmern unter einem Kostenaufwand von 135.000,00 DM zu erstellen.

 

Die nächste Schulhauserweiterung war wieder mit grundsätzlichen Überlegungen über den Standort verbunden. Die Gemeinde hatte sich stark erweitert. Es wurden Grundstücke an der Bauhofstraße erworben. Dort entstand 1963 der erste Bauabschnitt der heutigen Schule mit vier Klassenzimmern, einem Rektorzimmer, einem Lehrerzimmer, einem Lehrmittelzimmer, einem Arztzimmer, der Turnhalle und einer Hausmeisterwohnung. Diese Schule erfährt bereits 1968 eine erste Erweiterung durch Aufstockung um vier Klassenräume, eine Schulküche und einen Handarbeitsraum.

 

Ein paar Jahre später war der Schulraum wieder knapp geworden. Die Regierung von Niederbayern erteilte mit Schreiben vom 07. November 1969 die schulaufsichtliche Genehmigung, die vorhandene Schule an der Bauhofstraße durch einen Erweiterungsbau (Verwaltungs- und Klassentrakt) zu vergrößern. Anfang Oktober 1971 war das jetzige Gebäude II des Schulhauses (Osttrakt) an der Bauhofstraße soweit fertiggestellt, dass die neugegründete Staatl. Realschule Ergolding mit vier Klassen dort gastweise einziehen konnte.

 

Schuljahr 1971/72 waren die Schulhäuser mit 19 Klassen der Grund- und Hauptschule Ergolding und vier Klassen der Realschule voll ausgelastet. Die Realschule war in den Räumen untergebracht, die als Lehrerzimmer, Sprachlabor, Musiksaal und Schreibmaschinensaal vorgesehen waren. Auf diese Räume musste die Volksschule vorerst verzichten.

 

Zu Beginn des Schuljahres 1972/73 konnte das Gebäude III (Südtrakt) belegt werden. Damit konnten zusammen mit dem Gebäude an der Rottenburger Straße 20 Klassen der Grund- und Hauptschule und acht Klassen der Staatl. Realschule unterrichtet werden. Das Gebäude an der Lindenstraße wurde ab diesem Schuljahr nicht mehr als Schulhaus verwendet. Es wurde zunächst zum Rathaus umgebaut und 1988 beim Bau des jetzigen Rathauses abgebrochen.

 

Der September 1973 brachte die Fertigstellung des Gebäudes IV (Westtrakt). Nun konnten 22 Klassen der Grund- und Hauptschule und elf Klassen der Realschule Aufnahme finden. Die Gesamtanlage an der Bauhofstraße, die mit einem Kostenaufwand von sechs Millionen DM erstellt worden war, wurde am 07. Dezember 1973 feierlich eingeweiht.

 

Im Schuljahr 1974/75 bezog die Staatl. Realschule ihren inzwischen fertiggestellten Neubau, gegenüber der Volksschule, an der Etzstraße. Damit war die Möglichkeit geschaffen, die nun 24-klassige Grund- und Hauptschule in einem Gebäudekomplex unterzubringen. Es standen 26 Klassenzimmer, sieben kleinere und größere Kurs- und Gruppenräume und alle Fach- und Nebenräume voll zur Verfügung. Die Schule an der Rottenburger Straße wurde nicht mehr benötigt.

 

Durch die Aufstockung des Gebäudes I der Schule an der Bauhofstraße um ein Stockwerk wurden 1996 nochmals weitere vier Klassenzimmer, zwei Gruppenräume und zwei Nebenräume geschaffen.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Der ZehentstadelSchon zu Beginn der 60-er Jahre trugen sich der Gemeinderat und die Piflaser Bürger mit dem Gedanken, in Piflas eine eigene Schule zu bauen. Die Buben diese Ortsteils besuchten die Nikola- Volksschule in Landshut und die Mädchen die Volksschule Seligenthal. Der Plan scheiterte jedoch stets an der Finanzierung bzw. am geeigneten Bauplatz. Erst 1968 wurde er Wirklichkeit. Die neugegründete Volksschule Piflas konnte im neuen Schulgebäude an der Gartenstraße mit vier Grundschulklassen den Unterricht aufnehmen. Die Schüler der Klassen 5 bis 9 besuchten die Hauptschule in Ergolding. Die Gesamtkosten des Schulhauses in Piflas beliefen sich auf 1,1 Millionen DM.

 

Auch in Oberglaim war bereits im 17. Jahrhundert ein Mesnerhaus mit Schuleinrichtung vorhanden, und er Mesner erteilte nebenbei Schulunterricht. Nach der Säkularisation kaufte der damalige Mesner und Schullehrer Sebstian Fritz das Mesnerhaus, zog aber 1808 von Oberglaim weg. Die Schulstelle blieb vorerst unbesetzt, und den Schulunterricht hielt der Pfarrer im Pfarrhof ab. Die Schulgemeinde Oberglaim kaufte 1815 das Mesnerhaus von Sebastian Fritz um 1.100 fl wieder zurück. Die Hälfte des Kaufpreises zahlte die Kirchenstiftung, weil es zugleich auch Mesnerhaus war. Der Kauf war aber ein großer Missgriff. Das Haus war nämlich zu klein und die Wohnstube als Schulzimmer zu eng. Daher beantragte die Schulgemeinde bereits 1823 den Bau eines neuen Schul- und Mesnerhauses für 60 Kinder mit Lehrerwohnung, Stadl, Kuhstall, Schafstall und Schweinestall. Genehmigungsverfahren und Finanzierungsplanung verzögerten den Bau bis 1827. Der Standort dieses Schulhauses war gegenüber dem heutigen Sportheim.

 

Aber schon 1865 wird von der Schulbehörde wieder der Bau eines neuen Schulgebäudes unbedingt verlangt, weil das alte ruinös ist und sich nicht mehr herrichten lässt. Das neue Schulhaus (heutiges Sportheim) mit Ökonomiegebäuden entstand dann 1866. Wegen der hohen Schülerzahl (118 Schüler) beantragte 1885 Pfarrer Heinrich Obermayer die Teilung der Schule. Man plante die Errichtung eines weiteren Schulsaales für 56 Kinder nebst Gehilfenzimmer im Heuboden des Schulhauses. Dieser Ausbau wurde aber von der Schulsprengelvertretung immer wieder abgelehnt, bis am 30.05.1889 die Teilung der Schule und der Bau eines weiteren Schulsaales von den Behörden nicht mehr verlangt wurde, weil die Schülerzahl auf 79 zurückgegangen war. Erst bei der Kreisschulvisitation am 24.01.1901 wird wieder die Trennung der Schule in zwei Abteilungen (108 Schüler) und die Anstellung eines Hilfslehrers von der Regierung von Niederbayern gefordert. Die Schulsprengelvertretung stimmte am 04.08.1901 nach eindringlichem Druck seitens des Schulamtes zu. Der Erweiterungsbau wurde 1902 durchgeführt. Über dem Stall entstanden im früheren Heuboden ein Schulsaal und zwei Zimmer für den Hilfslehrer. 1903 erhielt Oberglaim eine Hilfslehrerstelle.

 

Am 10.02.1903 beschließt der Gemeinderat von Oberglaim das Schulgeld abzuschaffen und durch eine Gemeindeumlage zu erheben. Auf Anordnung des Bezirksamtes vom 16.06.1907 erhalten die Schulkinder, die in den Wintermonaten mittags in der Schule bleiben müssen, eine warme Suppe auf Gemeindekosten. 1912 wird der Schulhausbrunnen beanstandet, weil über dem Brunnen der Friedhof, der Schulabort und der Kuhstall des Lehrers liegen. Nach dem der Lehrer die Landwirtschaft aufgegeben hat, wird 1914 das Stallgebäude umgebaut und teils in die Lehrerwohnung miteinbezogen, teils als Gemeindekanzlei hergerichtet. Gegenüber dem Schulgebäude erstellt die Gemeinde 1961 ein neues Lehrerwohnhaus mit einer Wohnung für einen Lehrer, eine kleine Wohnung für den Hausmeister und eine neue Gemeindekanzlei.

 

Von 1946 bis 1968 wurde die Schule in Oberglaim 3-klassig geführt und ab 01.09.1968 bildeten die Gemeinden Oberglaim, Weihenstephan und Grafenhaun einen Schulverband. Die 1. und 2. Klasse und die 7. und 8. Klasse wurden nunmehr in Oberglaim unterrichtet, die 3. und 4. Klasse in Weihenstephan und die 5. und 6. Klasse in Grafenhaun. Die 1969 neu eingeführte 9. Klasse ging ein Jahr nach Hohenthann und ab 1970 nach Ergolding in die Schule. Bei der Gemeindezusammenlegung 1978 löst sich dieser Schulverband wieder auf, die Schule Oberglaim wird ganz geschlossen; die Kinder der Gemeinde Oberglaim werden nach Ergolding umgeschult. Das Schulgebäude in Oberglaim wird anschließend zum Sportheim umgebaut. Die kostenfreie Beförderung der Oberglaimer Kinder erfolgt schon seit 1968 durch Schulbusse.

 

 

Quelle: Heimatbuch des Marktes Ergolding, November 1999

Das Heimatbuch des Marktes Ergolding ist beim Markt Ergolding für 13,00 € erhältlich.

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