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Entwicklung zur Großgemeinde

Der rein bäuerliche Charakter Ergoldings blieb noch bist nach dem zweiten Weltkrieg erhalten. In den Jahrzehnten danach erfolgte eine stürmische Entwicklung, was die Einwohnerzahl und die wirtschaftliche Struktur der Gemeinde anbelangt. Die vielen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, die nach dem Krieg aufgenommen wurden, und die ständigen Zuwanderungen aus der Umgebung in den Raum Landshut bewirkten in Ergolding eine rege Bau- und Siedlungstätigkeit. Unter Bürgermeister Heckner wurden rechtzeitig die notwendigen Verbesserungen der Infrastruktur eingeleitet und durchgeführt, so dass unsere Gemeinde diesen raschen Aufschwung verkraften konnte. So gehörte Ergolding zu den ersten Gemeinden in Niederbayern, die bereits 1962, ein Jahr nach Inkrafttreten des Bundesbaugesetzes, den Auftrag zur Ausarbeitung eines Flächennutzungsplanes gab. Neben der Ausweisung von Wohngebieten wurde über eine Million Quadratmeter Industrieland erschlossen.

 

Schon 1949 wurde vom Landratsamt zusammen mit den meisten Gemeinden des Landkreises die gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft für den Landkreis Landshut gegründet, um der untragbar gewordenen Wohnungsnot nach dem Krieg ein wenig abhelfen zu können. Von der Gemeinde Ergolding erhielt die Genossenschaft ein Grundstück von ca. 34.000 qm zu einem günstigen Erbbauzins. Unter schwierigsten finanziellen Verhältnissen gelang es in den ersten zwei Jahren in Ergolding 55 Wohnungen fertigzustellen. Heute verfügt die Genossenschaft „Am Anger“ über 179 Wohnungen. In den Jahren darauf wurden von der Gemeinde, dem Landkreis und der Pfarrpfründe Erbbaugrundstücke angeboten, damit auch Minderbemittelte bauen konnten.

 

Seit 1961 erstellte die Gemeinde insgesamt 46 Bebauungspläne. Nach der Flächenerhebung des Bayer. Landesamtes für Statistik vom August 1997 hatte der Markt Ergolding zu diesem Zeitpunkt 470 ha bebaute bzw. ausgewiesene Bauflächen, davon 207 ha Wohnbauflächen, 108 ha gemischte Bauflächen, 125 ha gewerbliche Bauflächen und rund 30 ha Sonderbauflächen. Außerdem gibt es im Markbereich zwei Flächennutzungspläne, nämlich den Flächennutzungsplan Ergolding aus dem jahr 1978 und den Flächennutzungsplan Oberglaim aus dem Jahre 1980. Das Gutachten des Flughafens München II prognostizierte für den Raum Landshut einen Entwicklungsboom, der den Marktgemeinderat veranlasste, die Erstellung einer Rahmenplanung für die künftige Entwicklung von Ergolding in Auftrag zu geben. Dieser Entwicklungsplan wurde im Jahre 1994 zum Abschluss gebracht. Er sieht für Ergolding und Piflas ein Anwachsen der Einwohnerzahl bis zu 15.000 vor und dient dem Marktgemeinderat als Hilfestellung für die zukünftige Entwicklung im Bereich des Städtebaues, in der Grünplanung und in der Verkehrsplanung.

 

Der hervorragende Entwicklungsstand unserer aufstrebenden Gemeinde wurde durch die Ausweisung des Marktes Ergolding als „Unterzentrum“ im Landesentwicklungsplan Bayern aus dem Jahre 1994 honoriert.

 

Im Jahre 1818 gab es in der Gemeinde Ergolding 650 und in der Gemeinde Oberglaim 524 Einwohner. Nach der Gemeindezusammenlegung gab es 10747 Einwohner.

 

Industrie- und Gewerbeansiedlung

Als erster und einGrossansicht in neuem Fenster: Ehemalige Chemische Fabrikziger Industriebetrieb bestand vor dem ersten Weltkrieg in Ergolding eine genossenschaftliche Molkerei, die dann 1919 in eine private chemische Fabrik umgewandelt wurde. Diese Fabrik blieb bis nach dem zweiten Weltkrieg das einzige größere Unternehmen in der Gemeinde. 1993 wurde die veraltetet Produktionsstätte stillgelegt, die Gemeinde kaufte das Betriebsgelände auf und brach die Gebäude ab. Der Standort der Fabrik war an der Ecke Lindenstraße-Werkstraße. Auf diesem Grundstück steht jetzt das Bürgerhaus. Das Raumprogramm beinhaltet u. a. Räume für die Volkshochschule und einen Bürgersaal für 500 Personen.

 Grossansicht in neuem Fenster: Oberes Dorf - früher und heute

Nach der Erstellung des ersten Flächennutzungsplanes im Jahr 1962 und der Bereitstellung der notwendigen Flächen, siedelten sich in Ergolding eine erhebliche Anzahl von Industrie- und Gewerbebetreiben an. Ein Teil der Betriebe kam aus der Stadt und ein Teil hat sich im Raum Landshut neu niedergelassen. Allerdings hat die Gemeinde durch die Gebietsreform im Jahr 1974 wieder 10 Betriebe, an die Stadt verloren. Auch in den letzten Jahrzehnten nahm die Gewerbeansiedlung unvermindert stark zu, so dass der Markt bei der Betriebszählung am 01.07.1997 842 Gewerbebetriebe aufweisen konnte.

 

 

 

Straßen und Verkehr

Ergolding entwickelte sich als Straßendorf an der alten Hoch- oder Römerstraße, auf welcher die Ortschaften Bruckberg, Altdorf, Ergolding und Altheim aufgefädelt sind. Im unteren Dorf zweigt bei der Frauenkirche in westlicher Richtung die Straße nach Rottenburg über Unterglaim und Hohenthann ab. Bei dieser Abzweigung führte früher nach Osten nur ein Feld- bzw. Herdweg zum dortigen Wiesen- und Weideland. Durch den Bau einer neuen Straße um 1800, die im Osten und Süden an Ergolding vorbeigeführt wurde, kam Ergolding aus der Hauptverkehrslinie heraus. Der Herdweg bei der Frauenkirche bekam jetzt eine große Bedeutung als Verbindungsstraße zur neuen sogenannten „Chausee“. Erst einige Zeit später erfolgte der Ausbau dieser Bundesstraße zur heutigen, kreuzungsfreien Schnellstraße.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Erstes Auto in Oberglaim 1928Vor über 100 Jahren waren die Ortschaften nur durch bessere Feld- und Waldwege untereinander verbunden. Als Verkehrsmittel benutzte man das Pferde- und Ochsenfuhrwerk, im Winter den Schlitten. Die größeren Bauern fuhren mit dem „Wagl“ und bei besonderen Anlässen mit der „Chaisen“ aus. Die meisten Wege legte man auf Schusters Rappen zurück. Fahrräder waren noch eine Seltenheit. So war auch das obere Dorf nur mit einem einspurigen Fahrtweg, ungefähr entlang des heutigen Schinderstraßl, mit Piflas und der Straße nach Landshut verbunden.

 

Nach einer Besichtigung der Gemeinde Ergolding durch das Bezirksamt Landshut am 05.09.1933 heißt es in der Niederschrift über die Dorfstraße in Ergolding: „Die Ortschaft Ergolding ist sehr weitläufig gebaut; an den beiden Häuserreihen ziehen Straßen vorbei, zwischen welchen ein breiter Streifen gelegen ist. Die Fläche ist mit Brennnesseln und sonstigen Unkraut überwachsen und dient Gänsen als Aufenthalt. Das Ortsbild würde bedeutend gewinnen, wenn dieser Streifen als Anlage ausgebaut und entsprechend gepflegt würde… Dem Vorschlag stehen, abgesehen von den Kosten, alte tief eingewurzelte Gewohnheiten entgegen, als da sind Viehtrieb, Gänseauslauf, Ziegenhüten und ähnliches mehr.“

 

Grossansicht in neuem Fenster: Albert DeischlErst mit dem aufkommenden starken Kraftfahrzeugverkehr nach dem zweiten Weltkrieg mussten die Straßen immer mehr verbessert und ausgebaut werden. Seit 1984 durchqueren unser Gemeindegebiet neben der Bundesstraße im Südosten noch zwei weitere stark frequentierte Fernstraßen, im Norden die Autobahn A93 und im Westen die Bundesstraße 299, die zugleich als Zubringer zur Autobahn dient. Auch innerhalb der Ortschaften sind die Straßen heute weitgehend staubfrei ausgebaut. Der Anfang wurde 1954 mit der Kanalisation und der Pflasterung der mittleren Lindenstraße gemacht.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Bahnhof an der Regensburger Bahnlinie1858 erhielt Niederbayern mit dem Bau der Bahnlinie München – Landshut die ersten paar Kilometer Eisenbahn. Ein Jahr später wird diese Bahnstrecke über Neufahrn und Geiselhöring nach Regensburg bzw. Straubing weitergeführt. Ergolding erhielt so als Bahnstation an dieser Strecke schon frühzeitig Anschluss an das neu entstandene Eisenbahnnetz in Bayern. Der Bau der Strecke von Neufahrn über Eggmühl nach Regensburg erfolgte erst 1873. Die Plattlinger Bahnlinie wird 1899 fertiggestellt. Obwohl diese Strecke nahe am Ortskern vorbeiführt, bekam Ergolding anfangs keine Haltestelle. Erst am 01.02.1954 genehmigte die Bundesbahn einen Haltepunkt an der Rottenburger Straße. Inzwischen haben sich die Busverbindungen mit der Stadt Landshut so gut entwickelt, dass sich die Haltestellen in Ergolding nicht mehr rentierten. Die Bundesbahn hat sie 1966 bzw. 1981 aufgelassen.

 

 

Quelle: Heimatbuch des Marktes Ergolding, November 1999

Das Heimatbuch des Marktes Ergolding ist beim Markt Ergolding für 13,00 € erhältlich.

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