slider6Rotation - Hockeyplatzrotation - weg zum biberspielplatzrotation - paintnerweiherMetzGänselieslbrunnen - neuroation - Metzroation - Bürgerhausroation - Spielplatz Sportplatzstraßeroation - Freizeitgelände kletterwandroation - metz neuRotation - HeimathausRotation - Isarau BooteRotation - SportparkRotation - Mehrzweckhalleslider3Rotation - Bürgerhausrotation - sportzentrumrotation - metzrotation - paintner weiherrotation - brunnen ergomarroation - johanneskircheroation - feuerwehrroation - ergomar sauen aussenroation - ergomar sportbeckenslider2rotation - Metz-Sitzgelegenheitrotation - Ergomar Luftbild

Das Kriegerdenkmal einst und jetzt

Der 1. Weltkrieg: Zur Zeit des ersten Weltkrieges, der Urkatastrophe des 20 Jahrhunderts, gab es in Piflas etwa 20 Hausnummern, von diesen Piflaser Familien waren etwa 33 Väter und Söhne im Felde, 6 von Ihnen haben in einem bis dahin in seiner Grausamkeit und Dimension des Tötens unbekannten Stellungskrieg Ihr Leben verloren.

 

Die historische Gedenktafel für diese sechs Gefallenen wird wohl auch in den zwanziger Jahren nach dem ers-ten Weltkrieg errichtet worden sein, in Ergolding wurde das Kriegerdenkmal im Jahre 1922 errichtet. Die Gedenktafel wurde an der Innenseite einer Kapelle angebracht die sich gegenüber der Schlosskapelle befand. Die Gedenktafel war kunstvoll eingerahmt. Die Girlande an der Gedenktafel und der Stahlhelm im Vordergrund lassen annehmen, dass das Photo bei der Einweihung oder bei einer späteren Gedenkveranstaltung am Volks-trauertag entstanden ist. Noch 1955 im Rahmen der Einweihung des neuen Kriegerdenkmales wurde nach dem Gottesdienst an dieser Gedenktafel der 6 Toten des 1.Weltkrieges ehrend gedacht.

 

Historische Gedenktafel„Unseren Helden des Weltkrieges 1914 – 1918“

ist der Titel dieser historischen Gedenktafel mit

weiteren Angaben zu den Gefallenen.

  • Meindl Georg, led. Bauernknecht in Piflas + 01.11.1914
  • Pollner Jakob, led. Kontorist in Piflas +25.06.1916
  • Pollner Johann, led. Schwaigerssohn in Piflas + 26.06.1916
  • Pollner Max, led. Bauernknecht in Piflas + 12.07.1916
  • Biberger Sebastian, led. landw. Arbeiter + 22.10.1917
  • Kufer Georg, Ökonom in Piflas, verh.1 Kind + 19.07.1918

 

Die Gedenktafel zeigt, dass die beiden Brüder Jakob und Johann Pollner innerhalb von 24 Std bei Verdun, dem bekanntesten Kriegsschauplatz gefallen sind, beide sind auf der gleichen Kriegsgräberstätte bestattet. Nur zwei Wochen später ist auch Max Pollner und damit der dritte der Brüder Pollner gefallen.

 

In den 1970er Jahren wurde im Zuge des Ausbaus der Gustl-Waldau-Straße diese Kapelle abgebrochen, dabei wurde die Gedenktafel in der Volksschule errichtet und später dann im Rathaus in Ergolding eingelagert. Im Rahmen der Neugestaltung des Kriegerdenkmales ist diese historische Gedenktafel dort wieder errichtet worden.

 

Birkenkreuz

Der 2. Weltkrieg: Es dauerte nur 25 Jahre bis wieder Väter und Söhne Abschied genommen haben in der Hoffnung, wieder heimzukehren. Aber sie sind jung gestorben, ihre Gräber liegen in allen Teilen der Welt, 21 mussten ihr Leben lassen, 18 sind vermisst. Für jeden Gefallenen wurde mit Teilnahme der Fahnenabordnung ein Gedenkgottesdienst in der Schlosskapelle abgehalten und neben der Meindl-Kapelle ein Birkenkreuz mit Namentafel errichtet.

 

Im Jahr 1955 bildeten Bürger des Ortsteiles Piflas einen Ausschuss zur Errichtung eines Kriegerdenkmales. Im Rahmen einer Haussammlung wurde ein Betrag von 2050 DM erreicht. Vom 3. Bürgermeister Anton Pollner und vom Gemeinderat Thomas Mummelhofer wurde bei der Gemeinde ein Zuschuss beantragt, es wurde ein Zuschuss von 600 DM gewährt.

 

 

 

 

In der Zeitung vom 27. Aug 1955 heißt es im Vorbericht zur Einweihung (gekürzt):

 

„Auf solchen Steinen ist kein Platz für Phrasen“

 

Das Kriegerdenkmal hat einen Wandel durchgemacht – Neue Formen, neue Symbole

Bildhauer Fritz Koenig 

Der von dem Bildhauer Professor Fritz Koenig aus Ganslberg bei Landshut (Frontsoldat von 1942 bis 1945) geschaffe-ne Stein wird als eine sich aufbäumende Form empfunden. Dem Rückgrat eines Körpers ähnlich reiht sich Name um Name von oben nach unten und verleiht dem Körper eine figürliche Form. In die sich öffnenden Arme des Steines ist eine handgeschmiedete Kupfer-Vergitterung eingelassen, ein Sinnbild für Zwang und Fesselung, aus der sich tröstlich eine pflanzliche Form erhebt als Symbol für Werden und Vergehen.

 

Der Gedenkstein, ein sich allseitig nach oben verjüngender Muschelkalkblock, auf dem sich in lebendigem Rhythmus von oben nach unten Namen an Namen reiht, stellt eine konsequent moderne, unserem Zeitgefühl entsprechende Lösung der Aufgabe dar den Gefallenen ein sichtbares Andenken zu widmen.

 

In der Abwendung von dieser, der Stimmung des „Gloria und Victoria“ und „Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben“ entspringenden Gesinnung trifft sich das Volksempfingen unserer Zeit mit der künstlerischen Forderung, dass ein Denkmal nicht ein auf oberflächliche Wirkung berechnetes Repräsentationsstück einer Gemeinde sein soll, sondern ein Anruf zur Besinnung und zum Verweilen.

 

Worauf kommt es nun bei einem Denkmal an, das Anspruch darauf erheben kann, auch noch in hundert Jahren und später als eine Schöpfung von künstlerischem Rang anerkannt zu werden? Da ist einmal die handwerkliche Bearbeitung des Steins, die im Gegensatz zum gesägten und poliertem Stein eine lebendige Wirkung erzielt. Während ein maschinell zugerichteter Stein meist leblos und kalt wirkt, atmet der mit dem Meißel zugehauene Block Leben, auch kraft seiner allseitig gespannten Flächen und der nie zirkelgenauen Symmetrie.

 

Abgesehen von der lebendigen Wirkung des Steins, bei der auch die richtige Materialwahl eine Rolle spielt kommt es wesentlich auf die Schriftgestaltung an, denn zu viel Schrift erdrückt die Wirkung eines solchen Gedenksteins. Mehr Geschmack und Empfinden verrät ein Gedenkstein, der zum Verweilen und Entziffern der Namen einlädt, denn der ursprüngliche Sinn eines Kriegerdenkmales ist ja nicht, Verkünder, sondern Bewahrer der in Stein gemeißelten Namen zu sein. Je phrasenloser der erläuternde Text ist, der besagt, dass hier das Gedenken an tote Soldaten wachgehalten wird, umso schöner und ergreifender wird er wirken. Über den Namen der Piflaser Gefallenen steht der Satz: „Sie kamen nicht mehr heim“

 

 

 

 

In der Zeitung vom 29. Aug 1955 heißt es im Bericht der Einweihung (gekürzt):

 

„Sie kamen nicht mehr heim“

 

Piflas ehrte seine Gefallenen und Vermissten

 

Einen Festtag besonderer Art, die Weihe des Kriegerdenkmales, beging am gestrigen Sonntag die Ortschaft Piflas. Fahnen- und girlandengeschmückt war das ganze Dorf, als Böllerschüsse den ehrenvollen Tag bei strahlendem Sonnenschein ankündigten. Der Gemeinderat mit Bürgermeister Heckner und die Abordnungen der Vereine stellten sich auf um am Feldgottesdienst in der Schlosskapelle teilzunehmen. In seiner Predigt hat HH Stadtpfarrer Hans Steinhauser die traurige Bilanz zusammengefasst: Insgesamt 45 Namen sind in Stein gemeißelt, ihnen hat die Heimat ein Denkmal gesetzt, ein steinernes Vergissmeinnicht geschaffen. Sie kamen nicht mehr heim, aber sie leben weiter denn wir sind nur Gast auf der Erde.

 

Nachdem am Ehrenmal der Gefallenen des 1. Weltkrieges ehrend gedacht wurde formierte sich der Festzug, um zum neuen Kriegerdenkmal zu marschieren. Das Denkmal wurde enthüllt und geweiht. Ein weiß gekleidetes Mädchen, Irmgard Groll aus Ergolding, trug ein ergreifendes Gedicht vor: „Sie kamen nicht mehr heim“

 

Im Namen der Ortschaft Piflas begrüßte Georg Spornraft die Gäste und dankte dem Ausschuss und der Ortschaft für die Arbeit und für die Spenden. Auch Bürgermeister Heckner und Abordnungen der Vereine legten mit ehrenden Worten Kränze nieder. Mit dem Lied „Der gute Kamerad“ endete die eindrucksvolle Feier.

 

 

drucken nach oben